normale Schrift einschalten große Schrift einschalten sehr große Schrift einschalten
 
 

Gewaltprävention

Streitschlichter 2016

 

 

 

"Gewaltfrei lernen"

 

"Präventiv wirken, statt erst zu handeln, wenn es schon weh getan hat"- so lautet das Credo von "Gewaltfrei Lernen"


Körperliche Übergriffe, Beleidigungen und Schikanen geschehen auch an unserer kleinen und gemütlichen Dorfschule. Eine positive Lernatmosphäre wird dadurch immer wieder beeinträchtigt und erschwert konzentriertes Lernen.


Im November und Dezember 2010 konnte unsere Schule Dank einer großzügigen Spende der Spada Bank Hannover, der Unterstützung durch das Kinder- und Jugendbüro und des Präventionsrates der SG Dransfeld  sowie einem angemessenen Elternbeitrag an dem Projekt "Gewaltfrei lernen durch Bewegung" des Kölner Vereins "Gewaltfrei lernen" teilnehmen.


Herr Oliver Hennecke war als Trainer 8 Tage bei uns an der Schule und leitete die SchülerInnen zu wortstarken und körperlich geschickten Reaktionen für ihre alltäglichen Konflikte mit Gleichaltrigen an. Er zeigte und erprobte mit den Kindern sinnvolle Verhaltensalternativen zum Schlagen und Beleidigen. Jede Klasse wurde mit 6 Unterrichtsstunden zum Umgang mit Konflikten geschult.


In zahlreichen Bewegungs- und Rollenspielen lernten die Kinder Kooperation, Fairness, Teamfähigkeit, selbstsichere Körperhaltung und spezifische Reaktionen bei sprachlichen Beleidigungen oder körperlichen Schikanen.


Die Lehrkräfte erhielten bei 2 intensiven Fortbildungen Informationen zu einem veränderten Umgang mit Konflikten und Streitereien zwischen Kindern, damit das Vermittelte auch nach dem Training in der gesamten Schule gelebt werden kann.


Auf einem Elternabend erfuhren auch die Eltern, wie ihre Kinder zukünftig mit Konflikten gewaltfrei und doch nicht ängstlich umgehen können.


Diese entscheidenden Regeln gingen aus dem Projekt hervor:

 

  • Treten, spucken und kämpfen ist grundsätzlich auf dem Schulhof und in der Schule verboten. Bei Missachtung erfolgt ein Eintrag ins „Rote Buch“, bei mehreren Einträgen werden die Eltern benachrichtigt. Jeweils zu den Ferien werden die Eintragungen gelöscht.

 

  • Umgang mit Konflikten in drei Schritten:

 

  1. Ich sage:  STOPP, hör damit auf, lass das, lass mich in Ruhe, ich will das nicht o.ä.
  2. Ich sage es nochmals, wenn der Andere mich nicht in Ruhe lässt und drohe mit der Meldung bei der Aufsicht o.ä.
  3. Ich melde es. Der Andere wird eine Strafe bekommen (z.B. muss er 1m hinter der Aufsichtskraft bleiben), allein schon weil er nicht auf STOPP gehört hat.

SchülerInnen, LehrerInnen, päd. MitarbeiterInnen und Eltern sind nach dem gleichen Prinzip geschult und können nun an einem Strang ziehen, um das Lernklima für alle angenehmer zu machen.


Wir sind alle sehr gespannt, wie das Projekt im Alltag bei uns an der Schule umgesetzt werden kann und funktioniert.

 

Gewaltfrei lernen

 

Stopp-Hand-Projekt
Seit etwa 10 Jahren findet an unserer Schule alle zwei Jahre ein Projekt zum Umgang mit Konflikten statt. Innerhalb dieses Projektes lernen Kinder eigene Gefühle und die Gefühle anderer wahrzunehmen und Konfliktsituationen zu erkennen.


Über Rollenspiele, Lieder und Gestaltungsaufgaben lernen sie, sich in andere Menschen hineinzuversetzen oder sich ggf. deutlich abzugrenzen und eigene Befindlichkeiten zu äußern. Im Zentrum des Projekts steht die Stopp-Hand, ein verbindliches Symbol, um seinem Gegenüber deutlich zu machen, wenn sein Verhalten nicht erwünscht ist. Jeder Schüler bestätigt mit seiner Unterschrift auf dem Klassenvertrag, dass er die vereinbarte Regel einhält. Vertreter aus jeder Klasse unterzeichnen bei einer Abschlusspräsentation den Schulvertrag.

 

Unterzeichung des Vertrages

 

Streitschlichtung
Seit 2007 ist die Streitschlichtung ein fest integrierter Bestandteil unseres Schullebens.


Je 10 Kinder der dritten Klassen werden eine Stunde pro Woche mit Hilfe von Rollenspielen und anderen Methoden in die Theorie der Mediation eingeführt. Sie lernen Konflikte gewaltfrei und gleichberechtigt zu lösen.


Ab der vierten Klasse dürfen sie ihr Wissen in den Pausen anwenden und umsetzen.


Voraussetzung für diese Art der Konfliktlösung ist die Wertschätzung der Arbeit sowohl von allen Kindern und Eltern als auch von der Schulleitung und dem gesamten Kollegium.


Wir möchten, dass die Schüler Verantwortung für sich und für andere übernehmen und sie zu einem freundlichen und respektvollen Miteinander erziehen.

Im Foyer unserer Schule hängt ein fester Wochenplan, der Auskunft darüber gibt, welche Schüler in welcher Pause Streitschlichterdienst haben.  Zudem tragen die diensthabenden Kinder (je ein Junge und ein Mädchen) leuchtende Westen, die sie sofort kenntlich machen.


Kommt es zu Konflikten, die eine Schlichtung erfordern, so ziehen sich die Mediatoren mit den jeweiligen Kontrahenten in eine besonders dafür errichtete Ecke in der Schule zurück. Hier steht eine erforderliche Wandtafel mit allen nötigen Regeln und ein Schrank, in dem die Verträge und andere wichtige Utensilien aufbewahrt werden.


Falls erforderlich, wird in schwerwiegenden Fällen die ausbildende Lehrerin mit hinzu gezogen, die den Prozess der Schlichtung begleitet. Das soziale Miteinander an unserer Schule hat sich seit Einführung der Streitschlichtung durch Schüler Mediatoren sehr positiv entwickelt. Die Kinder nehmen die Mediation gern in Anspruch und halten sich an die Verabredungen bzw. die Verträge, die nach jedem Streit schriftlich fixiert werden.


Für das Kollegium und für die Pausenaufsichten ist diese Form der Schlichtung auch sehr entlastend. Nur in ganz schwerwiegenden Fällen ist ihr Eingreifen noch erforderlich.